
Der ständige Wechsel von Wärme- und Kältereizen gewöhnt den Körper daran, sich schnell auf veränderte Temperaturen einzustellen. Die Körperinnentemperatur erhöht sich um 0,5 bis etwa 1°C: das Immunsystem wird so gestärkt. Erkältungen, grippale Effekte, Sommergrippe und auch die „echte“ Grippe haben so deutlich schlechtere Chancen zuzuschlagen.
Zum Saunieren sollten Sie sich Zeit nehmen, um in den Genuss des maximalen Benefits zu kommen. Ideal sind zwei bis drei Saunagänge von jeweils etwa 8 bis 12 Minuten, höchstens aber 15 Minuten. Regelmäßigkeit verspricht eine wohltuende Wirkung: Ein- bis zweimal pro Woche sollte ein Saunatag genossen werden.
Am günstigsten ist es allein aus praktischen Gründen, die Sauna am Nachmittag oder frühen Abend zu besuchen. Wer später am Abend einen Saunagang macht, muss mit Schlafstörungen rechnen Probieren Sie aber am besten selbst aus, zu welcher Tageszeit Sie sich während und nach dem Saunabesuch am wohlsten fühlen.
Die Möglichkeiten, ins Schwitzen zu kommen sind vielfältig. Man unterscheidet nach Höhe der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Die finnische Sauna gilt mit 80 bis 100°C als die klassische Art des Saunierens. Wegen der mit 2 bis 10% sehr geringen Feuchte wird diese Variante auch als Trockensauna bezeichnet. Die wichtigsten Wirkungen sind Entschlackung, Abhärtung und Stärkung des Herz-/Kreislaufsystems. Die so genannten feuchten Warmluftbäder (hierzu gehören das römische Tepidarium oder auch das türkische Hamam) werden nur 40 bis 60°C warm, dafür aber 35 bis 50% feucht. Diese Bedingungen eignen sich für Sauna-Anfänger und Menschen mit hohem Blutdruck. Das Dampfbad (z.B. römisches Caldarium, russische Banja) hat bei Temperaturen von 45 bis 60°C die höchste Luftfeuchtigkeit (100%) was den Bronchien und Atemwegen, aber auch der Muskulatur, dem Bindegewebe und den Gelenken gut tut.
Wer mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte ein paar Regeln beachten: Nicht mit vollem Magen in die Sauna gehen, zusätzliche Kreislaufbelastungen wie das finnische Quästen, Aufgüsse, Büstenmassagen oder heftige Diskussionen meiden, nach dem Liegen nur langsam wieder aufrichten und erstmal Sitzen bleiben. Für Saunagänger mit niedrigem Blutdruck sind die anschließenden Kaltwasseranwendungen besonders wichtig.
Nach sportlicher Verausgabung sollten Sie erstmal eine Ruhephase einlegen und den Puls auf 100 Schläge/Minute runter kommen lassen. Vor dem Saunagang sollte der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust mit Wasser und Saftschorlen wieder ausgeglichen werden. Durch das anschließende Hitzebad wird die beim Sport produzierte. Milchsäure schneller abtransportiert, die Muskelregeneration wird beschleunigt.
Muskelkater entsteht durch intensive und ungewohnte Belastungen der Muskulatur. Lindernde Maßnahmen wie Massagen, Whirlpool und Saunawärme helfen gegen das typische Ziehen in den beanspruchten Körperpartien. Gerade das Schwitzbad regt den Stoffwechsel, die Durchblutung und die muskuläre Tiefenentspannung an.
Wiegt man sich vor dem Hitzebad und danach, stellt man fest, etwa 0,5kg pro Saunagang verloren zu haben. Allerdings nur Wasser, Körperfett lässt sich nicht so einfach wegschwitzen. Immerhin wird beim Saunieren die Produktion des Hormons Somatotropin angeregt. Dieses beeinflusst die Fettspaltung und den Fettabtransport aus den Fettzellen. Insofern kann ein Saunabad das Abnehmen positiv begünstigen.
Es gibt verschiedene Duftkonzentrate mit unterschiedlichen wohltuenden Effekten: Eukalyptus beispielsweise befreit die Atemwege, Jasmin lässt Muskelkrämpfe schneller verschwinden und wirkt erfrischend, Rosmarin macht Sie nach dem Sport wieder munter, Wacholder beseitigt Stress und Mandarine wirkt wie ein Antidepressivum.
Ganz klar ja. Hitze und Kälte im Wechsel haben einen positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem. Die Rezeptoren in der Haut leiten die Wechselreize über das Nervensystem an das Gehirn weiter. Wer regelmäßig in die Sauna geht, trainiert diese Signalübertragung des Nervensystems. Folge: Es kommt auch mit anderen Reizen besser zurecht, Aggressionen und Stress werden abgebaut. Die anschließende Ruhephase unterstützt den Effekt.
Das stimmt. Die oberste Hautschicht nimmt Flüssigkeit auf und wird dadurch glatter, straffer und praller. Außerdem spült der Schweiß Bakterien von der Haut, der Talg in den Talgdrüsen fließt durch die Hitze ab und mit ihm gleich lästige Mitesser. Die Haut wird also auch gleich porentief gereinigt.
Der Flüssigkeitsverlust sollte in jedem Fall auch zwischen den Saunagängen ausgeglichen werden. Spätestens nach dem Saunabesuch viel trinken, und zwar Wasser (es muss kein Mineralwasser sein) oder Saftschorlen im Mischungsverhältnis 1:3 (Saft zu Wasser). Alkohol ist nicht zu empfehlen, da er den Kreislauf nur unnötig belastet.
Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Beim „Salzaufguss“ wird erst aufgegossen, ein paar Minuten geschwitzt und sich dann mit Meersalz eingerieben. Peeling-Effekt: Durch das Salz werden tote Hautschüppchen entfernt, die Haut wird weich und rosig. Ähnlich funktioniert der „Honigaufguss“ mit dem Ergebnis einer streichelzarten Haut. Eine Packung Kreideschlamm auf dem Körper bewirkt ebenfalls einen reinigenden Peeling-Effekt. Der Schlamm sollte 15 Minuten antrocknen, d.h. in dieser Zeit wird ohne Dampf sauniert. Stellen Sie ihn danach wieder an, der Kreideschlamm weicht auf, bröckelt ab und Sie können ihn vom Körper rubbeln.
Zum Zeitpunkt eines Aufgusses schlagen die Finnen gerne mit frischen Birkenzweigen leicht auf die Haut – auch quästen genannt. Zum Einen verbreiten Birkenzweige einen angenehmen Duft, zum anderen regt das Schlagen die Durchblutung der Haut an und man schwitzt mehr. Nachteil: Diese Methode belastet den Körper zusätzlich, die Herzfrequenz und der Blutdruck werden enorm gepusht. Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. In öffentlichen deutschen Saunen ist dieses Ritual allerdings verboten.
Besser schwitzen mit warmen Füssen. Empfehlung: Ein Fußbad in der Sauna mit 32 bis 35°C wärmt kalte Füße auf und kurbelt die Durchblutung im ganzen Körper an. Steigern Sie die Temperatur langsam auf 40 bis 43°C, in dem Sie Wasser nachlaufen lassen bis etwa Knöchelhöhe. Sobald sich Schweißperlen bilden, sollten Sie die Füße gut abtrocknen.
Manche Saunaanlagen sind mit Farblicht-Röhren ausgestattet, um die Stimmungslage doppelt zu stimulieren. Der Wechsel der Farben verläuft relativ langsam oder es sind mehrere Farblichter oder auch nur eines eingeschaltet. Den unterschiedlichen Farben werden bestimmte Wirkungen zugesprochen. Rot soll belebend wirken, gelb aufmunternd, grün und blau entspannend. Ob die verschiedenen Farben sich auch gesundheitlich auswirken, ist nicht sicher.
Bei der Infrarotsauna wird mit Strahlungswärme nur auf 40 bis 65°C eingeheizt. Die Tiefenwirkung treibt die Schweißproduktion allerdings sehr an. Größeres Entschlackungspotential: Dieser Schweiß ist reicher an Mineralstoffen, Schwermetallen und Cholesterin als bei einer Heißluftsauna. Ein 30-minütiger Durchgang genügt. Vorteile: Positiver Effekt auf Muskulatur, Muskelverspannungen und Rückenbeschwerden.
Verläuft die Schwangerschaft unproblematisch, spricht nichts gegen einen Saunabesuch. Im Gegenteil: Gerade schwangere Frauen profitieren von dem Entschlackungsprozess, um die Stoffwechselprodukte des ungeborenen Kindes auszuschwitzen. Plus: regelmäßiges Saunieren entspannt die Muskulatur nachhaltig und erleichtert somit die Geburt.
Wer an Fieber oder erhöhter Temperatur leidet, sollte auf Sauna verzichten, um nicht die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine ankommende Erkältung auszuschwitzen, bevor sie wirklich ausbricht, funktioniert nur in Ausnahmefällen. Meist bricht die Krankheit beschleunigt aus. Bei bestimmten Herzerkrankungen, organischen Entzündungen, Epilepsie, Wunden u.ä. sollten Sie auf Hitzebäder verzichten bzw. vorher mit Ihrem Arzt sprechen.